Langes Haar braucht Pflege! Teil 1/2
1) Kann ich das Haarwachstum beeinflussen?
Es gibt zwar kein Wundermittel, das Haare schneller sprießen lässt. Aber Du kannst dafür sorgen, dass Dein Haar intakt länger wird - und dadurch nicht vorschnell abbricht. Gesundes Haar wächst etwa einen Zentimeter im Monat - vorausgesetzt, die Haarwurzel wird durch ausgewogene Ernährung mit allen nötigen Baustoffen versorgt. Kieselsäure kann einer Studie der Hamburger Uniklinik zufolge die Haardicke und somit die Stabilität leicht steigern. Sie steckt in Haferflocken, Hirse oder grünem Gemüse, wird aber auch in Gel- oder Kapselform angeboten. Auch gut: Fingermassagen, die die Durchblutung und Nährstoffverteilung fördern. Sanft auf der Kopfhaut kreisen, leicht klopfen oder vorsichtig an den Ansätzen zupfen.
2) Was sagen lange Haare über mich aus?
Bei Frauen gelten wallende Mähnen seit Jahrtausenden als Sinnbild der Schönheit und Verführung. Marktforschungen haben ergeben, dass sich Frauen komplett mit ihrem langen Haar identifizieren. Je länger, desto besser fühlen sich die Frauen. Heute tragen über 50 Prozent der Frauen, ihr Haar schulterlang oder länger. Beim anderen Geschlecht jedenfalls kommen lange Mähnen gut an: Laut Umfragen finden 65 Prozent der Männer lange Haare bei Frauen attraktiver.
3) Warum ist langes Haar in den Längen und Spitzen oft trocken, der Ansatz aber fettig?
Schuld an fettigen Ansätzen ist, unabhängig von der Haarlänge, eine übermäßige Talgproduktion der Kopfhaut - bedingt durch Stress, Hormone oder Koffein. Das Spitzen trockener sind als Ansätze, liegt an ihrem Alter: Je älter ein Haar, desto mehr Wäschen hat es hinter sich. Und mit jeder wird ein Teil des Lipidfilms aus der Haarfaser ausgewaschen. Schulterlanges Haar kann bereits mehr als die Hälfte seiner natürlichen Lipide verloren haben, die die Haaroberfläche versiegeln. Umso wichtiger ist eine Pflege, die sich den differenzierten Bedürfnissender drei Zonen widmet: Ansatz, Länge & Spitzen.
4) Brauchen lange Haare spezielle Pflege?
Ja. Haare, die bis auf die Schultern reichen, sind zwei bis drei Jahre als und wurden etwa 300-mal gewaschen und getrocknet. Darum: sanft behandeln! Eine Spülung nach der Wäsche ist Pflicht, damit die empfindlichen, feuchten Haare gut kämmbar werden und es zu keiner "Zerreißprobe" kommt. Tipps zum schonenden Föhnen: Haare erst ohne Bürste auf niedriger Stufe antrocknen, dann mit breiter, flacher Bürste glatt föhnen. Dabei mindestens 20 Zentimeter Föhnabstand halten! Pflege- oder Stylingprodukte mit speziellem Hitzeschutz können Föhnschäden vorbeugen. Zu guter Letzt: Einmal wöchentlich tut dem Haar eine Intensivkur gut, die die Keratinstruktur in den Längen aufbaut.
5) Stimmt es, dass 100 Bürstenstriche am Tag das Haar gesund und glänzend machen?
Das stimmt bedingt: Gekämmtes Haar glänzt zwar mehr, denn je glatter es ist, desto besser reflektiert es Licht. Eine glatte Haaroberfläche erzielt man aber eher durch perfekte Pflege als durch häufiges Bürsten. Fakt ist allerdings: Bürsten regt die Durchblutung der Kopfhaut an und verteilt Fettmoleküle besser in den Längen und Spitzen, wo sie dringend benötigt werden. Vorsicht: Ruppiges Kämmen, scharfe Metall- und Kunststoffborsten schädigen die Haare. Borsten sollten weich, abgerundet oder genoppt sein. Ideal sind Naturborsten. Test: Fahre mit der Bürste über Deinen Handrücken. Kratzt sie, weg damit!