Musik ♥
Sie treibt uns beim Joggen zu Höchstleistungen an, lindert unsere Schmerzen, vertreibt Stress: Musik ist ein echtes Multitalent!
Nach dem Sehen ist das Hören unsere wichtigste Sinneswahrnehmung. Schon im Mutterleib regt sie uns zum wilden Strampeln oder Chillen an - je nach Mamas Musikgeschmack. Musik geht aber nicht nur ins Ohr, sie wirkt auch auf Körper und Seele. 72 Herzschläge pro Minute, bei diesem Tempo laufen unsere normalen Körperfunktionen ab. Musik, die darüber liegt, bringt uns in Fahrt. Mit Techno oder House im Ohr läufst du schneller, springst höher, schwimmst weiter. Untersuchungen beweisen, dass Testläufer ihre Leistung um satte 20 Prozent verbessern konnten, weil Musik sie motivierte und sie nicht so schnell schlapp machten. Offensichtlich kann Musik Nervensignale blockieren, die dem Körper Erschöpfung signalisieren.
Heilende Klänge
Aber Musik kann noch viel mehr! Die heilende Wirkung von Rhythmen kannten nicht nur die alten Medizinmänner und Schamanen. Überall auf der Welt setzen Ärzte, Psychologen und Pädagogen Musik als begleitendes Mittel bei ihrer Therapie ein: in der Schmerzbehandlung, um Ängste vor operativen Eingriffen oder beim Zahnarzt zu mildern, und sogar bei Komapatienten. In der Musiktherapie helfen Trommeln, tibetische Klangschalen und australische Didgeridoos psychisch Kranken und Suchtpatienten wieder in Einklang mit sich selbst zu kommen.
Schmerz lass nach
Viele internationale Studien beschäftigen sich mit der Wirkung von Musik auf unser Schmerzempfinden. Läuft im Op-Saal die richtige Musik, wird die Atmung der Patienten ruhiger, die Konzentration der Stresshormone (Cortisol und Adrenalin) verringert sich und damit auch der Schmerz. Ralph Spintge, Narkosearzt am Sportkrankenhaus Lüdenscheid, hat Tausende von Patienten bei medizinischen Eingriffen mit Musik beschallt. Das Ergebnis: Er braucht deutlich weniger Schmerzmittel bei den Operationen. Denn das Schmerz- und das Gefühlszentrum sind im Gehirn miteinander verknüpft. Angst steigert den Schmerz und umgekehrt. Auf dem Operationstisch und in vielen Zahnarztpraxen hören Patienten deshalb ihre eigenes Wunschkonzert aus dem MP3-Player - die Angst nimmst ab, der Schmerz lässt nach.
Wohlfühlmusik
Du stellst deinen Lieblinssong am liebsten auf repeat? Kein Wunder, denn wenn Musik genau deinen "Nerv" trifft, schüttet dein Gehirn ein ganzes Meer von Glückshormonen aus, sogenannte Endorphine. Und davon kann man eigentlich nie genug bekommen. Außerdem sinkt dein Blutdruck, die Muskulatur entspannt sich, Herzschlag und Atmung werden ruhiger und du bist einfach gut drauf. Unser Hörzentrum im Gehirn ist nämlich mit dem sogenannten limbischen System verbunden, das unsere Emotionen steuert. Deshalb beschert dein Lieblingssong dir eine Gänsehaut, bringt der DJ dich auf Touren. Welche Musik welche Emotionen in uns hervorkitzelt, hängt aber auch von unserer jeweiligen Grundstimmung ab: Der Song, der dir gerade gefällt, kann bei einem Freund oder einer Freundin genau die gegenteilige Wirkung haben.
Und manchmal weckt die Musik auch längst vergessene Erinnerungen. So tauchen Alzheimerkranke, denen man Lieder aus ihrer Jugend vorspielt, manchmal aus ihrer inneren Versenkung auf und können sich plötzlich an Dinge erinnern, die längst vergessen schienen. Fazit: Musik ist nicht nur wunderschön. Sie kann auch viel mehr als man gemeinhin dnekt.